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#HörAufDeinHerz: Internationale Kampagne mobilisiert Herzpatienten

Viele Menschen mit Herzerkrankungen haben in den letzten Wochen aus Angst vor einer COVID-Infektion oft erst sehr spät ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Weltweit berichten Ärzte, dass sich zahlreiche Patienten in einem weitaus schlechteren Zustand befinden, wenn sie endlich im Krankenhaus ankommen und es damit oft auch zu spät ist, um von den normalerweise verfügbaren lebensrettenden Behandlungen zu profitieren.

Eine internationale Informationskampagne will dazu beitragen, dass Menschen mit Herzbeschwerden wieder vertrauensvoll ihre Ärzte und Krankenhäuser aufsuchen und bei alarmierenden Symptomen unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Österreichische Unterstützung durch „Meine Herzklappe“
Die österreichische Arzt-Patienten-Plattform „Meine Herzklappe“ unterstützt diesen internationalen Aufruf - #justGo - unter dem Motto #HörAufDeinHerz und will gleichzeitig der Bevölkerung ein besseres Bewusstsein zum Thema Herzklappenerkrankung vermitteln. Dazu Mitbegründer Prof. Dr. Christian Hengstenberg, Leiter der Kardiologie an der Universitätsklinik Wien und dem AKH: „Derzeit erleben wir noch eine große Zurückhaltung, wenn es um den persönlichen Kontakt oder direkte körperliche Untersuchungen geht. Dabei ist ein einfacher Stethoskop-Check immer noch eine notwendige und verlässliche Hilfe, um mögliche Herzerkrankungen zu diagnostizieren. Gerade Risiko-Patienten sollten sich trotz COVID regelmäßig von ihrem behandelnden Arzt abhören lassen.“

International drastischer Rückgang an Herzinfarktpatienten in Behandlung
Seit Beginn der COVID-19-Krise ist die Zahl der Herzinfarktpatienten, die europaweit dringend im Krankenhaus behandelt werden müssen, um mehr als 50 Prozent gesunken. Weltweit gab es einen starken Rückgang der Herzeinweisungen in Krankenhäuser (über alle Herzerkrankungen hinweg) und einen signifikanten Rückgang der chirurgischen und weniger invasiven Krankenhausinterventionen.

Prof. Barbara Casadei, Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie, sagt: „Dies ist der bisher stärkste Beweis für den durch die Pandemie verursachten Kollateralschaden. Die Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren bedeutet, dass Menschen selbst während eines lebensbedrohlichen Herzinfarkts zu viel Angst haben, um zur lebensrettenden Behandlung ins Krankenhaus zu gehen. Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist jedoch viel größer als das Risiko, an COVID-19 zu sterben. Darüber hinaus ist ein Herztod weitgehend vermeidbar, wenn Patienten mit Herzinfarkt rechtzeitig zur Behandlung ins Krankenhaus kommen. Was wir erleben, ist ein unnötiger Verlust an Leben. Unsere Priorität muss es sein, dies zu verhindern. Wir müssen weiterhin das Leben retten, das wir retten können.“


#HörAufDeinHerz zeigt, was sie beachten sollten
Die aktuelle #HörAufDeinHerz-Informationskampagne wurde vom Global Heart Hub (internationale Allianz der Herzpatientenorganisationen) in Zusammenarbeit mit FH Europe (dem europäischen PatientInnennetzwerk mit Schwerpunkt auf Dyslipidämie) unter dem Titel #JustGo gestartet und betont den wichtigsten medizinischen Rat, bei Symptomen eines Herzinfarkts immer schnell zu handeln. "Zeit ist Muskel" – je später ein Herzinfarkt behandelt wird, desto mehr Schaden tritt am Herzmuskel auf. Die Botschaft ist einfach und klar. „Wenn bei Ihnen Symptome eines Herzinfarkts auftreten, zögern Sie nicht, denn jede Minute zählt. Wenn Sie Schmerzen in der Brust oder andere Herzinfarktsymptome haben – wie Schmerzen in Hals, Nacken, Rücken, Bauch oder Schultern, die länger als 15 Minuten andauern – müssen Sie unverzüglich den Notruf wählen.“

Auch Menschen, die mit einer Herzerkrankung wie Herzinsuffizienz oder Herzklappenerkrankung leben und neue Symptome oder eine Verschlechterung der Symptome auftreten, sollten sich so schnell wie möglich an Ihren Arzt wenden oder ins Krankenhaus gehen. Diese Empfehlung gilt auch für Personen, bei denen eine familiäre Hypercholesterinämie (FH) diagnostiziert wurde, auch für die seltene homozygote Form (HoFH) aber auch für Personen unter 55 Jahren, die ein Familienmitglied mit FH oder mehrere Familienmitglieder mit einer Vorgeschichte von Herzerkrankungen oder Schlaganfällen haben.

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