Internationale Herzklappenwoche - Frauenherzen schlagen anders – auch bei Herzklappenerkrankungen.
Die meisten diagnostischen Standards und Behandlungsleitlinien in der Kardiologie basieren noch immer vorwiegend auf Daten männlicher Patienten. Eine gefährliche Lücke in der Versorgung – denn Frauenherzen sind nicht einfach „kleine Männerherzen“.
Die Unterschiede sind vielfältig und betreffen alle Ebenen:
🔹 Anatomie & Physiologie: Frauenherzen sind meist kleiner und haben kleinere Gefäße. Auch die Klappendegeneration verläuft anders
🔹 Symptome: Frauen zeigen oft „unspezifische“ Beschwerden wie extreme Müdigkeit, Luftnot oder Druckgefühle – statt der bei Männern typischen Brustschmerzen. Diese werden von Ärzt:innen häufig als psychosomatisch fehlgedeutet.
🔹 Diagnostik: Die Grenzwerte für bildgebende Verfahren wie Echokardiografie sind nicht auf Frauen abgestimmt. Die Folge: Frauen werden später überwiesen, später behandelt und haben ein erhöhtes Sterberisiko.
Doch es kommt noch erschwerend hinzu:
Studien belegen, dass Frauen seltener einer empfohlenen Herzklappen-OP zustimmen als Männer – nicht weil sie die Erkrankung nicht ernst nehmen, sondern weil Ängste vor Komplikationen, fehlende Informationen oder soziale Verpflichtungen sie zögern lassen. Hinzu kommt, dass MedizinerInnen weiblichen Patientinnen seltener in verständlicher Sprache die Dringlichkeit des Eingriffs erklären.
Was wir ändern müssen:
✅ Geschlechtsspezifische Grenzwerte für bildgebende Verfahren etablieren
✅ Mehr Frauen in klinische Studien einschließen
✅ Ärzt:innen für atypische Symptome bei Frauen sensibilisieren
✅ Aufklärungskampagnen für Patientinnen – in verständlicher Sprache
✅ Leitlinien geschlechtersensibel überarbeiten

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