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Ich dachte, ich habe Burnout!

Seit einer Vorsorgeuntersuchung in ihrer Schwangerschaft wusste Bettina, dass sie einen Aortenklappendefekt hat. Da sie keine Beschwerden hatte, ging sie zwar regelmäßig zur Herzultraschall-Untersuchung, lebte ansonsten ihr stressiges Leben mit Job, Kind, Haushalt und ihrem Hobby, der Blasmusik, normal weiter.

2015, 7 Jahre nach der Diagnose, wurde Bettina zum ersten Mal ohnmächtig, kurz darauf, bei einer Hochzeit, zum zweiten Mal.

Dann ging alles sehr schnell. Bei Bettina wurde erneut ein Herzultraschall durchgeführt: Diagnose des Chefarztes: „Ihre Klappe hat einen Durchfluss, der nur mehr Stecknadelkopf groß ist. Es wundert mich, dass Sie noch selbständig hergekommen sind. Außerdem haben Sie eine bikuspide Aortenklappe, zudem am Herzen direkt einen doppelt so hohen Puls. Hat Ihnen das noch nie jemand gesagt?“

Gleich drei Tage später kam sie ins Spital zur Katheteruntersuchung. Nach der Untersuchung sagte ihr Chefarzt: „Fr. S., sie liegen ja eh ich habe gerade mit der Herzchirurgie telefoniert, ihre Operation (OP) kann bereits nächste Woche stattfinden.“

Das ging Bettina dann doch zu schnell. Kind, Schule, Arbeit, alles musste organisiert werden. Zudem lag ihre geliebte Großmutter im Sterben. Das war emotional zu viel! Doch der Arzt machte ihr deutlich, wie dringend die OP ist. Also planten Bettina und ihr Arzt den Eingriff für August damit sie noch vier Wochen Zeit hatte, alles zu planen und zu verarbeiten.

Die Zeit im Krankenhaus Graz war sehr belastend für Bettina. Zweimal wurde ihr OP-Termin verschoben. Das Krankenhaus durfte sie nicht verlassen. Aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung durfte sie sich im Krankenhaus nur noch im Rollstuhl fortbewegen.

In ihrem Zimmer – aufgrund von Platzmangel lag sie im Überwachungszimmer – sah sie auch zum ersten Mal das „Reißverschlussdekolleté“. So wollte sie nach der OP mit ihren 35 Jahren nicht aussehen! Ihre Stationsärztin versprach ihr, mit dem Chirurgen darüber zu sprechen. Und tatsächlich: Bettina hat von ihrer OP lediglich eine 12cm lange Narbe zurückbehalten! Sie wurde innen geklebt, obwohl das zur damaligen Zeit in Graz nicht üblich war.

Nach der OP verspürte Bettina kaum Schmerzen. Sie bekam viele Schmerzmedikamente, um an den Bewegungsübungen mitmachen zu können. Bereits 5 Tage nach der Operation wurde sie auf die REHA verlegt. Hier wurde sie langsam körperlich aufgebaut und die Schmerzmedikamente abgebaut. Am ersten Tag erschien ihr der lange Zimmerflur noch als unüberwindbares Hindernis. Zwei Wochen später lief sie dann wieder treppauf, treppab. Auch die psychologische Betreuung empfand Bettina als sehr hilfreich – vor allem das autogene Training, das sie dort erlernte. Eine sehr wertvolle Zeit für Bettina.

Bettina ist ein sehr positiver Mensch. Für sie gab es nie einen Zweifel, dass sie die Operation gut überstehen und sehr alt werden wird.

Genau ein Jahr nach der OP war Bettina schon wieder am Zirbitzkogel in der Steiermark. Im September 2017 hat sie spontan an einem 5km Nordik-Bewerb mitgemacht und ist Dritte geworden!

Bettina lebt ein sehr aktives Leben mit ihrer mechanischen Aortenklappe. Sie kann endlich wieder alles machen, geht arbeiten und ihrem großen Hobby, der Musik, nach. Die Geräusche, die ihre Herzklappe macht, stören sie nicht. Ganz im Gegenteil! „So höre ich, das alles passt“!


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