Unsere Rückmeldung zur Aufforderung, Kommentare zur Umsetzung des EU Safe Hearts Plan abzugeben
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- 29. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Im Namen des Vereins „Meine Herzklappe“ begrüßen wir die Initiative der Europäischen Kommission für eine koordinierte Ratsempfehlung zu kardiovaskulären Gesundheitskontrollen. Die Früherkennung und das Screening von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind entscheidend, um die hohe Krankheitslast in Europa zu senken – insbesondere bei bisher vernachlässigten Bereichen wie Herzklappenerkrankungen und geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Versorgung.
Klassische Risikofaktoren standardisiert erfassen: Cholesterin, Blutzucker, Übergewicht
Eine wirksame Früherkennung erfordert verbindliche, altersgestaffelte Check-Ups. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat unter Beteiligung europäischer Fachgesellschaften einen konkreten Fahrplan vorgelegt:
Unter 35 Jahren: Mindestens ein Gesundheitscheck mit Lebensstil, Blutdruck, Blutzucker, Nierenfunktion, BMI, psychischer Gesundheit.
35–65 Jahre: Systematische Checks alle 5 Jahre mit vollständigem Lipidprofil (inkl. LDL, HDL, Triglyzeride, lp(a)), Blutzucker/HbA1c, Nierenwerten, BMI, Taillenumfang.
Über 65 Jahre: Volle Checks alle 3–5 Jahre, ergänzt um Puls-Tastung und Abhören von Herz und Lunge, ggf. Test auf Herzinsuffizienz.
Wir wünschen uns, dass die EU Komission dieses altersgestaffelte ESC-Modell explizit übernimmt, mit dem Stethoskop-Check ab 40 als fixer Bestandteil jeder Vorsorgeuntersuchung, denn Herzklappenerkrankungen werden oft zu spät erkannt, während ein einfacher Stethoskop-Check die Erkrankung bereits anzeigen kann.“
Angeborene Anomalien als Risikofaktor
Angeborene Anomalien wie die bikuspide Aortenklappe sind häufige angeborenen Herzfehler und gehen mit einem stark erhöhten Risiko für eine Aortenklappenstenose einher. Sie bleiben oft bis ins Erwachsenenalter unerkannt.
Zudem ist Lipoprotein(a) ein genetisch determinierter, unabhängiger Risikofaktor – nicht nur für Atherosklerose, sondern auch für die Kalzifikation der Aortenklappe und die Progression einer Aortenklappenstenose.
Daher wünschen wir uns in der Herzvorsorge eine einmalige lp(a)-Messung im frühen Erwachsenenalter sowie echokardiografisches Screening bei Risikopersonen mit auffälliger Familienanamnese oder Herzgeräusch.
Geschlechtsspezifische Versorgungslücken bei Herzklappenerkrankungen schließen
Frauen mit Herzklappenerkrankungen werden im Durchschnitt später diagnostiziert, später an Spezialisten überwiesen und später behandelt als Männer. Während Männer oft klassische Symptome wie Wassereinlagerungen oder Herzstolpern zeigen, treten bei Frauen unspezifische Beschwerden auf – Luftnot, Erschöpfung, Abgeschlagenheit. Diese werden in der medizinischen Versorgung häufig bagatellisiert oder fehlgedeutet.
Daher wünschen wir uns die Aufnahme des Stethoskop-Checks als Standard in allen kardiovaskulären Screening-Programmen
Umsetzung des EU Safe Hearts Plan durch geregelte Herzvorsorge – das Beispiel Österreich
Der EU Safe Hearts Plan der Europäischen Kommission sieht vor, die vorzeitigen Sterbefälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis 2035 um 25 % zu senken. Österreich hat mit der kostenlosen Gesundenuntersuchung der ÖGK bereits eine ideale Grundlage. Allerdings nutzen derzeit nur ca 20 % der Berechtigten dieses Angebot. Eine eigenständige Herzvorsorgeuntersuchung mit geringerem Zeitaufwand könnte mehr Menschen zur Teilnahme motivieren.
Wir wünschen uns daher eine Empfehlung der EU Kommission zu aktiven Einladungssystemen zur Herz-Kreislauf-Vorsorgeuntersuchung nach dem Vorbild der Krebsvorsorge sowie zu Bewusstseinskampagnen.
Zudem wünschen wir uns die Empfehlung, dass Screening Programme bei Bedarf psychosoziale Unterstützung vermitteln. Gleichzeitig müssen Gesundheitsdaten transparent, zweckgebunden und mit Einwilligung genutzt werden.
Unser Appell an die Europäische Kommission und den Rat: Setzen Sie den EU Safe Hearts Plan konsequent um. Integrieren Sie den Stethoskop-Check ab 40 Jahren in alle Vorsorgeprogramme. Schaffen Sie geschlechtssensible Diagnosekriterien. Und sorgen Sie für aktive Einladungen zur Vorsorge – nur so können wir die Zahl der vermeidbaren Todesfälle senken.
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