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Covid-19 bei Herzklappenerkrankungen

Die Pandemie rund um COVID-19 hat die Welt und unser Gesundheitswesen vor eine beispiellose Herausforderung gestellt. Die rasche Verbreitung des Coronavirus hat weltweit erhebliche Unruhe hervorgerufen. Es ist daher verständlich, dass Menschen mit einer Herzklappen-Erkrankung besondere Ängste und Sorgen haben. Aus diesem Grund möchten wir gerne wichtige Punkte zu dem Virus darstellen und dessen Bedeutung für Herzklappen-Patienten erörtern. 


Hintergründe: COVID-19 ist eine Krankheit, die die Lungen und die Atemwege betreffen kann. Die Krankheit wird von einem Virus mit dem Namen „Coronavirus“ (SARS-Co-2) hervorgerufen. 


Da die Fallzahlen weltweit steigen, haben alle Krankenhäuser begonnen, sich auf einen Patientenanstieg vorzubereiten:

  • Alle Krankenhäuser verschieben und begrenzen derzeit bereits geplante Operationen und Eingriffe um keine unnötigen Ansteckungen mit dem Coronavirus zu riskieren und die Belastung für das Krankenhauspersonal zu begrenzen. 

  • Alle Krankenhäuser behandeln weiterhin Patienten mit Herzklappenerkrankungen, aber die gegenwärtigen Belastungen führen zu Verzögerungen. 

  • Die Patienten, die am dringendsten behandelt werden müssen, erhalten zuerst einen Termin.


Was soll ich tun, wenn ich in den nächsten Tagen einen Termin für eine Herzklappen-OP oder eine Herzklappenbehandlung (TAVI) habe?

Falls Sie in den nächsten Tagen einen Termin für eine Herzklappenoperation/-intervention haben, sollten Sie sich weiterhin auf den Eingriff vorbereiten. Sollte Ihre Operation oder TAVI auf einen späteren Termin verschoben werden, beobachten Sie Ihre Symptome sorgfältig. Falls Ihre Symptome schlimmer werden und Sie sich unwohl fühlen, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder den zuständigen Arzt im Krankenhaus. In schwerwiegenden Fällen rufen Sie die Rettung oder den Notarzt. 


Was soll ich tun, wenn ich erst kürzlich eine Herzklappen-OP oder eine Herzklappenbehandlung erhalten habe?
Das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, entspricht dem eines Herzgesunden. Patienten, die erst kürzlich eine Herzklappenbehandlung hatten, haben für bakterielle Umgebungskeime lediglich durch die Operationswunde ein höheres Infektionsrisiko.  


Wie kann ich das Risiko senken, mich mit dem Coronavirus zu infizieren?
Im Moment gibt es noch keinen Impfstoff, der Sie vor COVID-19 schützen kann. Daher ist die beste Vorbeugungsmaßnahme, den Kontakt mit dem Virus zu vermeiden. Präventive Maßnahmen sind für alle (Herz-) Patienten wesentlich.


Es ist normal, dass Sie sich Sorgen machen. Sie haben aber kein höheres Risiko, an COVID-19 zu erkranken als ein Herzgesunder! 


Falls Sie sich jedoch mit dem Virus infizieren sollten, kommt es bei Herzpatienten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu Komplikationen. Das Coronavirus wird durch Tröpfcheninfektion verbreitet, also durch Husten/Nießen oder engen Kontakt mit einem Virusträger. Da dies eine neue Krankheit ist, weiß man derzeit nicht, wie schnell sich das Virus von Mensch zu Mensch überträgt. Es ist am wahrscheinlichsten, dass Menschen, die Symptome aufweisen, das Virus auch übertragen können. Es ist daher enorm wichtig, enge Kontakte mit diesen Menschen zu vermeiden.


Die wichtigsten Empfehlungen lauten:

  • Beschränken Sie ab sofort alle sozialen Kontakte mit anderen Menschen auf ein absolutes Minimum. Das ist besonders wichtig für Menschen, die älter als 70 Jahre alt sind. 

  • Geben Sie anderen nicht die Hand und versuchen Sie, einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen einzuhalten. 

  • Arbeiten Sie von zu Hause, falls dies möglich ist. 

  • Sagen Sie alle Reisen ab, die nicht unbedingt nötig sind. 

  • Meiden Sie Menschenansammlungen, vor allem Veranstaltungen in geschlossenen Räumen. 

  • Falls Sie Kinder haben, beschränken Sie den Kontakt zwischen Ihren und anderen Kindern und stellen Sie sicher, dass Kinder nicht in direkten Kontakt mit älteren Menschen (z. B. Großeltern) kommen. 

  • Waschen Sie sich regelmäßig mit Seife und warmem Wasser für mindestens 20 Sekunden die Hände. Benutzen Sie ein Händedesinfektionsmittel, falls Sie keinen Zugang zu Wasser und Seife haben sollten.

  • Falls Sie husten oder nießen müssen, bedecken Sie Mund und Nase mit einem Taschentuch oder Ihrer Armbeuge (nicht mit Ihren Händen!). Werfen Sie das benutze Taschentuch sofort in einen Mülleimer und waschen Sie sich danach die Hände. 

  • Vermeiden Sie engen Kontakt zu Personen, die sich krank fühlen. 

  • Fassen Sie sich nicht an Ihre Augen, Nase oder Mund, wenn Ihre Hände nicht sauber sind. 

  • Teilen Sie keine Gegenstände, die mit Ihrem Mund in Berührung kommen (z.B. Flaschen oder Tassen).


Was sind die Symptome von COVID-19?

Das sollten Sie achten: 

Husten, Fieber, Kurzatmigkeit, Atemnot.

Weitere mögliche Symptome sind:

Müdigkeit, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Gliederschmerzen.



Bitte bedenken Sie, dass alle diese Symptome unspezifisch sind und dass deren Auftreten daher nicht unbedingt bedeutet, dass Sie an COVID-19 erkrankt sind. Zudem weisen andere, viel häufigere Erkrankungen, wie z. B. die Grippe, eine Erkältung oder auch eine Allergie, ganz ähnliche Symptome auf. 


Falls Sie eines oder mehrere der oben genannten Symptome an sich bemerken und Sie das Gefühl haben, medizinische Hilfe zu benötigen, befolgen Sie die Richtlinien, die von Ihrer lokalen Gesundheitsbehörde aufgestellt wurden (z.B. rufen Sie die Telefonnummer 1450 an).


Jeder Herzklappenpatient, bei dem Symptomen neu auftretenden oder sich verschlimmern (z. B. Auftreten von Ohnmachtsanfällen), sollte sofort seinen behandelnden Arzt kontaktieren. 


Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen sich Sorgen machen und sich fragen, was Ihnen oder Ihrer Familie in den nächsten Monaten bevorstehen wird. Dies sind wirklich einzigartige Zeiten. Wir müssen jetzt alle zusammenhalten, um unsere Nachbarn, Freunde und Familienmitglieder bestmöglich zu schützen. 


Bitte bedenken Sie, dass Sie für Handlungsanweisungen lediglich verlässliche Quellen konsultieren sollten. 


Falls Sie Fragen haben oder besorgt sind, wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder Ihr örtliches Krankenhaus.


Diese Informationen wurden von Prof. Christian Hengstenberg, Präsident "Meine Herzklappe" und dem Allgemeinen Krankenhaus Wien zur Verfügung gestellt.

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